1.Diabetische Kinder sind den Anforderungen der
Schule ebenso gewachsen wie andere Kinder. Sie
sollten weder besonders nachsichtig beurteilt noch
intellektuell geschont werden. Eine
Sonderstellung in der Klasse ist unbedingt zu
vermeiden.
2. Der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) wird
mit einer regulierten Diät (in der Regel mit sechs bis
sieben täglichen Mahlzeiten zu festgelegten Zeiten)
und mit regelmäßigen Insulininjektionen
behandelt. Die Insulininjektionen erfolgen meist
morgens und abends. Bei älteren Kindern und
Jugendlichen wird in jüngster Zeit häufiger auch eine
intensivierte Insulinbehandlung mit vier
Injektionen täglich praktiziert.
3.Insulin und körperliche Tätigkeiten senken den
Blutzucker, Nahrungsaufnahme, besonders
kohlenhydratreiche, erhöht ihn.
4.Ungenügende oder verspätete Nahrungsaufnahme
oder auch verstärkte körperliche Aktivität
(Turnen, Schwimmen, Wanderungen, intensives Spiel)
können zu einer Unterzuckerung, einem
zu tiefen Absinken des Blutzuckers, genannt
Hypoglykämie, führen. Erste Anzeichen dieser
Unterzuckerung können sein: Schwitzen, Blässe,
Schwäche, Kniezittern, Gereiztheit, motorische
Unruhe, Veränderung der Stimmungslage.
5.Diabetische Kinder müssen deshalb unbedingt
ihre so genannten Zwischenmahlzeiten, etwa in den
Pausen, zu sich nehmen und nach Schulschluss
rechtzeitig nach Hause entlassen werden. In
Ganztagsschulen muss auf die regelmäßige
Nahrungsaufnahme zu den vorher festgelegten
Zeiten geachtet werden.
6. Bei erkennbarer Unterzuckerung sollte das Kind
sofort zu rascher Nahrungsaufnahme (eventuell
Würfelzucker, Traubenzucker- Plättchen, Knäckebrot)
aufgefordert werden, auch im Unterricht.
Eventuelle Ablehnung solcher Maßnahmen durch das Kind
oder aggressives Verhalten können
Ausdruck der Unterzuckerung sein und müssen mit Güte
und Bestimmtheit überwunden werden.
Ein Kind sollte niemals in der Hypoglykämie
unbegleitet nach Hause geschickt werden. Eine
unbehandelte Hypoglykämie kann zu schwerem
Bewusstseinsverlust (Schock) und
Krampfanfällen führen.
7.Diabetische Kinder müssen immer Würfelzucker
oder andere rasch verwertbare zuckerhaltige
Nahrungsmittel für die Unterbrechung einer
Unterzuckerung sowie einen Diabetiker- Ausweis bei
sich tragen.
8. Diabetische Kinder können am Sport teilnehmen.
Vor außerordentlichen, vor allem vor
lang dauernden körperlichen Anstrengungen (Schwimmen,
Turnen, Wandern, auch exzessivem
Toben in der großen Pause) müssen diabetische Kinder
in der Regel zusätzliche Nahrung zur
Vermeidung schwerer Hypoglykämien zu sich nehmen
(Brot oder andere langsam verwertbare
Kohlehydrate sind besser als Obst oder Obstsäfte).
Gelegentliche Nachfragen nach
vorgesehenen Mahlzeiten sind wegen häufigen
Vergessens beim Spiel sinnvoll.
9.Bei Bewusstlosigkeit infolge einer Hypoglykämie
muss rasch geholfen werden: keine flüssige oder
feste Nahrung (Verschlucken!), sondern
1.Seitenlagerung (wie nach
Verkehrsunfall),
2.Der bewusstlosen Diabetikerin oder
dem bewusstlosen Diabetiker darf keine Nahrung
eingeflößt werden.
3.Ärztliche Hilfe rufen: 1. Diagnose:
Diabetes 2: Anlass: Hypoglykämie.
Beobachtungen und Erkenntnisse der Lehrerin oder des
Lehrers, Erfahrungen der Eltern und das
Fachwissen der behandelnden Ärztin oder des
behandelnden Arztes sind wichtige Faktoren einer
erfolgreichen Therapie. Deshalb ist eine enge
Kooperation der Lehrerin oder des Lehrers mit den
Eltern und der behandelnden Ärztin oder dem
behandelnden Arzt notwendig. Für den Notfall
sollten den Lehrerinnen und Lehrern die
Fernsprechnummern der Eltern, der Haus ärztin oder des
Hausarztes und des nächstgelegenen Krankenhauses
bekannt sein.
Weitere Informationen und konkrete Hilfen können
abgerufen werden bei: Deutscher Diabetiker- Bund,