Kapitel 11

Wie man im Sport gesund bleibt und wie man mit körperlichen Einschränkungen umgeht

Hier werden demnächst Informationen eingestellt.

 

 

Diabetes- Kinder und -Jugendliche in Schulen

RdErl. d. Kultusministeriums NRW v. 16. 2. 1987 (GABl. NW. S. 112)

Die Empfehlung für die schulische Betreuung und Versorgung an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) erkrankter Kinder und Jugendlicher wurden von der Deutschen Diabetes- Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem deutschen Diabetiker- Bund bearbeitet und in den nachstehenden zehn Hinweisen zusammengefasst.

1.Diabetische Kinder sind den Anforderungen der Schule ebenso gewachsen wie andere Kinder. Sie

sollten weder besonders nachsichtig beurteilt noch intellektuell geschont werden. Eine

Sonderstellung in der Klasse ist unbedingt zu vermeiden.

2. Der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) wird mit einer regulierten Diät (in der Regel mit sechs bis

sieben täglichen Mahlzeiten zu festgelegten Zeiten) und mit regelmäßigen Insulininjektionen

behandelt. Die Insulininjektionen erfolgen meist morgens und abends. Bei älteren Kindern und

Jugendlichen wird in jüngster Zeit häufiger auch eine intensivierte Insulinbehandlung mit vier

Injektionen täglich praktiziert.

3.Insulin und körperliche Tätigkeiten senken den Blutzucker, Nahrungsaufnahme, besonders

kohlenhydratreiche, erhöht ihn.

4.Ungenügende oder verspätete Nahrungsaufnahme oder auch verstärkte körperliche Aktivität

(Turnen, Schwimmen, Wanderungen, intensives Spiel) können zu einer Unterzuckerung, einem

zu tiefen Absinken des Blutzuckers, genannt Hypoglykämie, führen. Erste Anzeichen dieser

Unterzuckerung können sein: Schwitzen, Blässe, Schwäche, Kniezittern, Gereiztheit, motorische

Unruhe, Veränderung der Stimmungslage.

5.Diabetische Kinder müssen deshalb unbedingt ihre so genannten Zwischenmahlzeiten, etwa in den

Pausen, zu sich nehmen und nach Schulschluss rechtzeitig nach Hause entlassen werden. In

Ganztagsschulen muss auf die regelmäßige Nahrungsaufnahme zu den vorher festgelegten

Zeiten geachtet werden.

6. Bei erkennbarer Unterzuckerung sollte das Kind sofort zu rascher Nahrungsaufnahme (eventuell

Würfelzucker, Traubenzucker- Plättchen, Knäckebrot) aufgefordert werden, auch im Unterricht.

Eventuelle Ablehnung solcher Maßnahmen durch das Kind oder aggressives Verhalten können

Ausdruck der Unterzuckerung sein und müssen mit Güte und Bestimmtheit überwunden werden.

Ein Kind sollte niemals in der Hypoglykämie unbegleitet nach Hause geschickt werden. Eine

unbehandelte Hypoglykämie kann zu schwerem Bewusstseinsverlust (Schock) und

Krampfanfällen führen.

7.Diabetische Kinder müssen immer Würfelzucker oder andere rasch verwertbare zuckerhaltige

Nahrungsmittel für die Unterbrechung einer Unterzuckerung sowie einen Diabetiker- Ausweis bei

sich tragen.

8. Diabetische Kinder können am Sport teilnehmen. Vor außerordentlichen, vor allem vor

lang dauernden körperlichen Anstrengungen (Schwimmen, Turnen, Wandern, auch exzessivem

Toben in der großen Pause) müssen diabetische Kinder in der Regel zusätzliche Nahrung zur

Vermeidung schwerer Hypoglykämien zu sich nehmen (Brot oder andere langsam verwertbare

Kohlehydrate sind besser als Obst oder Obstsäfte). Gelegentliche Nachfragen nach

vorgesehenen Mahlzeiten sind wegen häufigen Vergessens beim Spiel sinnvoll.

9.Bei Bewusstlosigkeit infolge einer Hypoglykämie muss rasch geholfen werden: keine flüssige oder

feste Nahrung (Verschlucken!), sondern

1.Seitenlagerung (wie nach Verkehrsunfall),

2.Der bewusstlosen Diabetikerin oder dem bewusstlosen Diabetiker darf keine Nahrung

eingeflößt werden.

3.Ärztliche Hilfe rufen: 1. Diagnose: Diabetes 2: Anlass: Hypoglykämie.

Beobachtungen und Erkenntnisse der Lehrerin oder des Lehrers, Erfahrungen der Eltern und das

Fachwissen der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes sind wichtige Faktoren einer

erfolgreichen Therapie. Deshalb ist eine enge Kooperation der Lehrerin oder des Lehrers mit den

Eltern und der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt notwendig. Für den Notfall

sollten den Lehrerinnen und Lehrern die Fernsprechnummern der Eltern, der Haus ärztin oder des

Hausarztes und des nächstgelegenen Krankenhauses bekannt sein.

Weitere Informationen und konkrete Hilfen können abgerufen werden bei: Deutscher Diabetiker- Bund, Landesverband NRW e. V., Johanniterstraße 45, 47053 Duisburg, Tel.: (02 03) 6 08 44- 0, Fax: (02 03) 608 44 77.

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