Kapitel 13 Was Aggression im Sport bedeutet und wie man im Sport damit umgeht

 

Weitere Ergänzungen folgen demnächst.

 

Didaktischer Kommentar:

Das Problem „Aggression im Sport“ könnte man im Unterricht gezielt dann aufgreifen, wenn es von Schülern direkt erlebt und wahrgenommen wird. Häufig taucht es in großen Spielen auf, findet sich allerdings auch in anderen Sportarten.

Anlass könnte die Beobachtung sein, dass in einer Lerngruppe Aggressionen deutlich werden, die nicht nur situativ angesprochen, sondern auch systematisch reflektiert werden sollten. In Lerngruppen, in denen keine Aggressionen erkennbar sind, erübrigt sich die Auseinandersetzung mit diesem Thema möglicherweise. Keinesfalls aber erscheint es sinnvoll, bewusst Situationen herbeizuführen, in denen Aggressionen provoziert werden.

Ausgangspunkt der Reflexion sollte jeweils das sportliche Handeln der Schüler im Unterricht sein. Genauso gut kann man aber auch mit den Abbildungen oder mit einem aktuellem Beispiel aus der Medienberichterstattung einsteigen. Es geht darum, den Schülern zu verdeutlichen, was man unter Aggression im Sport versteht, wie sie entsteht, wie man sie erkennen und vermeiden kann, bzw. wie man damit umgehen sollte.

Es empfiehlt sich, zu diesem Thema in einer Reihe von aufeinander folgenden Stunden Unterrichtsphasen einzuplanen, in denen gegebenenfalls das eigene sportliche Handeln unter diesem besonderen Aspekt reflektiert wird. Daneben könnte man zur Klärung der Zusammenhänge auf die im Buch angebotenen Möglichkeiten zurückgreifen. Die gewonnenen Einsichten sollten allerdings auch Relevanz für das weitere sportliche Handeln der Schüler besitzen. Um sie für verantwortlichen Umgang mit eigenen und fremden Aggressionen zu sensibilisieren, sollten Verhaltensstrategien vermittelt und positive Ansätze der Schüler frühzeitig verstärkt werden..

Sportunterricht, der das Problem von Aggression und Gewalt im Sport pädagogisch verantwortlich aufgreift, sollte durch folgende Aspekte geprägt sein:

 

Ursachen eruieren - erzieherische Maßnahmen einleiten.

Vorbildfunktion des Lehrers

Lehrer, die selbst gegen vorgegebene Normen verstoßen, geben ein schlechtes Beispiel.

Vertrauen der Schüler gewinnen!

Lehrer ist Garant für die Gültigkeit und Beachtung der Regeln.

Für die vorhandenen Regeln eintreten und danach handeln.

Bemühen, dass seine Schüler ihn als gerecht wahrnehmen.

Schüler-Lehrer-Verhältnis demokratisch gestalten: Die Normen, die die unterrichtliche Zusammenarbeit und das sportliche Mit- und Gegeneinander regeln sollen, gemeinsam erstellen.

Die besonderen Möglichkeiten hinsichtlich des Erfahrens, Begreifens und Wissens um die Bedeutung von Regeln ausschöpfen.

Schüler sollen schon früh Erfahrungen und Einsichten in die Funktion, in die Konstruktionskriterien, aber auch in die Veränderbarkeit von Regeln an Beispielen aus dem Sport gewinnen.

Die Schüler müssen selbst zu einer Einhaltung und Durchsetzung der gemeinsamen Regeln geführt, sprich: erzogen werden.

 Traditionelle Regeln des Sports neu beleben

Im Sport hat es sich bewährt, wenn Regelverstöße konsequent geahndet und angestrebte Vorteile nicht gewährt werden

Im Sportunterricht muss Regelanpassung, mit der gleichzeitig eine Leistungsanpassung verbunden ist, geradezu zum didaktischen Prinzip gemacht und in den Prozess des sportlichen Handelns im Rahmen des Schulsports eingeplant werden.

Bei Wettkämpfen im Rahmen des Schulsports die gültigen Regeln jeweils neu bestimmen und vereinbaren. Keine unreflektierte Übernahme der im institutionalisierten Sport gültigen Regeln.

 Das Mit- und Gegeneinander sollte behutsam und reflektiert gelenkt werden,

z.B. die Mannschaften immer wieder nach anderen Kriterien zusammenstellen

Der Schulsport wird sich auf ethische Werte besinnen müssen, die pädagogisch verantwortbar und gesellschaftlich konsensfähig sind.

Beim Spiel und Wettkampf wieder den Prozess, nicht das Ergebnis - Sieg oder Niederlage - in den Mittelpunkt von Unterricht rücken.

Die Entstehung und die Entwicklung von Aggressionen sorgfältig beobachten.

Schülern bewusst machen, dass die Beurteilung unseres eigenen und fremden Verhaltens in hohem Maße von der Wahrnehmung dessen, der eine Handlung interpretiert, bestimmt wird.

Schüler sollen die Perspektive des anderen verstehen und lernen, sich in ihrem Handeln auch darauf einzustellen.

Situationen, die von den Beteiligten selbst nicht gelöst werden können, mit Unterstützung des Lehrers bewältigt werden. Hier muss die Maxime gelten, dass derartige Konflikte zunächst zu lösen sind, bevor sportliches Handeln sinnvoll und pädagogisch verantwortbar stattfinden kann.

Lehrer und Schüler müssen gemeinsam die relevanten Kriterien für eine Beurteilung selbst entwickelt.  Transparenz der Notengebung!

Möglichkeiten der Differenzierung und Individualisierung der Maßstäbe konsequent nutzen.

Anleiten, zur kritischen Selbsteinschätzung. und  wie man mit Enttäuschungen umgehen kann

Bewusst machen, dass die eigenen Grenzen kein Grund sind, das eigene Selbstverständnis und Selbstbewusstsein in Frage zu stellen.

Vielseitigkeit  nicht zunehmender Dilettantismus, die Schülern eine wachsende Vielfalt bietet und dabei auf Kontinuität und methodische Strukturierung der Lernprozesse achtet.

Schüler am Schluss der Stunde nicht mit diesen unbewältigten Problemen entlassen.

 

Für Schüler kommt es darauf an zu lernen, dass Aggressionen beherrschbar sind und dass es eine Form von Kultur und sozialer Kompetenz ist, mit den eigenen Aggressionen in sozialer Verantwortung umzugehen.

 

 

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