|
Wie man
sportliche Bewegung vor- und nachbereitet
Weitere
Ergänzungen folgen demnächst.
Didaktischer
Kommentar:
Alle
Schüler sollten dazu gebracht werden, sich
selbständig allgemein und speziell aufwärmen zu
können. Sie sollten schon frühzeitig in der Lage
sein, ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend das
Aufwärmen zu dosieren. Während die Selbständigkeit
für das allgemeine Aufwärmen relativ schnell zu
erreichen ist, verlangt das spezielle Aufwärmen
genauere Kenntnisse über die vorzubereitenden
Belastungen. Diese Kenntnisse können nur nach und
nach erworben werden.
Das
allgemeine Aufwärmen einer Gruppe kann anfangs in
Teilen, später auch vollständig von Schülerinnen und
Schülern geleitet werden. Dabei muss immer im
Vorhinein geklärt sein, auf welche Belastungen
vorbereitet wird und welcher zeitliche Rahmen zur
Verfügung steht. Für die Leitung des speziellen
Aufwärmens müssen noch genauere Absprachen erfolgen.
So muss geklärt werden, welche Muskelgruppen zu
mobilisieren sind, welche Körperpartien gedehnt
werden müssen und welche Vorübungen für die richtige
Vorbereitung geeignet sind.
Die
einleitenden Fragen 1 - 6 können schon mit Schülern
der Klassen 5 - 7 behandelt werden. Das Basiswissen
ist auch für sie von Bedeutung. Die Behandlung des
Erweiterungswissens Teil 2 dürfte nicht nur für
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II von
Interesse sein. Schülerinnen und Schüler der
Sekundarstufe II sollten zunehmend genauere
Kenntnisse über das spezielle Aufwärmen erwerben, um
auch diese Vorbereitung vollkommen selbständig
durchführen zu können.
Das
Aufwärmen sollte unterschieden werden von einem
allgemeinen Fitnesstraining. Das Aufwärmen hat
allein die Funktion, die nachfolgenden Belastungen
sinnvoll vorzubereiten. Trotzdem kann es sinnvoll
sein, zu Beginn einer Stunde das Aufwärmen durch
Fitnessübungen zu ergänzen. Man sollte aber diese
Unterscheidung auch den Schülern bewusst machen.
Ermüdende Kraftübungen gehören eher an das Ende
einer Sportstunde. Ähnlich wichtig wie das Aufwärmen
ist das sogenannte “Cool-down“. Ein entsprechender
Ausklang einer Sportstunde sollte ebenfalls wie das
Aufwärmen zu einem sinnvollen Ritual werden.
Die
Kenntnisse über richtige Ernährung und Sportkleidung
sollten schon früh in jungen Jahren erworben werden.
Dafür geeignet sind im besonderen Maße
fächerübergreifende Projekte. Es ist auch möglich,
während des Sportunterrichts über richtige
Sportkleidung und Eß- und Trinkgewohnheiten zu
reflektieren oder sich z.B. einmal mit einer
Sportklasse in einer großen Pause zu treffen,
gemeinsam die passende Zwischenmahlzeit einzunehmen,
um exemplarisch deutlich zu machen, wie man sich
optimal für den später folgenden Sportunterricht -
und damit für das Sporttreiben an sich - vorbereiten
kann.
Lösungsvorschläge zu den Aufgaben im Kapitel 8 von
SCHULBUCH SPORT:
1 Wie man sich grundsätzlich auf das Sporttreiben
einstimmt und vorbereitet
(1)
Sie haben sich zwischenzeitlich kaum bewegt. Sie
haben sich falsch ernährt.
Hier ergibt sich ein guter Anlass, über das
Pausenbrot und auch über das Frühstück zu sprechen.
Auch über die bewegte Pause und über
Pausensportaktivitäten kann in diesem Zusammenhang
gesprochen werden. Hier ist ein Anlass gegeben,
fächerübergreifend das Problem optimaler Ernährung
zu behandeln.
(2)
Bewege dich in den Pausen. Suche frische Luft. Iß
wenig, aber regelmäßig. Iß nicht Süßigkeiten.
Regeln zur Ernährung gibt es viele. Welche von der
Lehrkraft angesprochen werden müssen, ergibt sich
auch aus ihren Beobachtungen. In der Regel kennen
Kinder und Jugendliche schon viele Tipps in diesem
Zusammenhang. Es fehlt in der Regel nur an der
konkreten Umsetzung des Wissens. Hier kann die
Schule, insbesondere die Klassen-, Biologie- und
Sportlehrkraft, Hilfen geben. Aktionen zum richtigen
Sitzen, zur aktiven Pause - auch im Unterricht -
können dieses Anliegen unterstützen.
(3)
Bewegung reaktiviert die Körperkräfte und macht
wieder frisch.
Diese Frage sollte jeder für sich beantworten.
Einige Schülerinnen und Schüler werden der bewussten
Aktivität bei Müdigkeit nichts abgewinnen können.
Hier gilt es, positive Erfahrungen für alle zu
ermöglichen. Befindlichkeitsskalen vor einer Stunde
und nach einem attraktivem Bewegungsspiel können
helfen, zu entsprechenden Einsichten zu gelangen.
(4)
Sie laufen sich ein. Sie treffen letzte Absprachen.
Sie konzentrieren sich auf den Wettkampf. Sie
steigern zunehmend ihre Belastung, dann wird
gedehnt, es werden Ballübungen angeschlossen, es
werden kleine Wettkampfsituationen gesucht, um sich
kurz vor dem Spiel vorwiegend mental auf die
folgenden Belastungen einzustimmen.
Es
kann sich lohnen, Vereinsspieler ihr Programm
vorstellen zu lassen und es mit der gesamten Klasse
- oder auch bei mehreren Vereinsspielern in kleinen
Gruppen - durchzuprobieren. Auch die sportlichen
Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf
Förderung. Gelegenheit dazu können sie vor allem in
solchen oder ähnlichen Situationen erhalten.
(5)
Kinder spielen nicht mit dem großen
Verletzungsrisiko. Sie spielen sich in der Regel
unbewusst ein, bevor es zum Wettkampf kommt. Ihre
muskuläre Belastung führt auch bei geringerem
Aufwärmen in der Regel nicht zu Schädigungen.
Viele Kinder spielen auf dem Bolzplatz und haben
positive Erfahrungen mit der freien Entscheidung in
einem scheinbar zeitlosen Rahmen, wann sie das Spiel
beginnen wollen. Hier ist eine Gelegenheit
herauszuarbeiten, dass die schulische Situation sich
von der Freizeit deutlich unterscheidet. Allein der
45 Minuten-Takt zwingt zu konzentrierten Phasen der
körperlichen Vorbereitung.
(6)
Man beginnt nicht sofort mit dem Wettkampf. Man
gewöhnt sich vorher wieder an den Ball.
Alle echten Spielerinnen und Spieler zeichnen sich
durch die Begeisterung aus, mit dem Ball zu
experimentieren, zu probieren und zu üben. Dieser
koordinative und spielerische Aspekt ist mindestens
dem Drang nach Wettkampf gleichgewichtig. Dies
sollten Schülerinnen und Schüler verstehen lernen
und selbst nachvollziehen, damit der Ruf nach dem
eigentlichen Spiel nicht ständig dominiert.
2 Welche Grundregeln für das Aufwärmen zu
beachten sind
(1) Verschiedene, nicht zu schnellkräftige
Laufübungen ohne und mit Ball, Übungen mit
Ganzkörperbewegungen
(2) Schwerpunkte
verlagern sich richtig Ganzkörperspannung,
Beweglichmachen, Muskeln mobilisieren
3
Wie man sich auf eine spezielle Belastung optimal
vorbereitet
(1) Die Zeit reicht eigentlich nicht aus. In
dieser Situation müsste das Notwendigste getan
werden, d.h. es müssten Übungen mit dem Ball
durchgeführt werden, die gleichzeitig große
Muskelgruppen bewegen.
Im Schulsport ergibt sich häufiger die
Situation, nur wenige Minuten für das Aufwärmen zur
Verfügung zu haben. In der Regel sind die
nachfolgenden Belastungen aber nicht immer mit denen
eines Wettkampfspieles vergleichbar. Darum reicht
es vor allem bei jüngeren Schülerinnen und Schülern,
ein spezielles Kurzprogramm zum Aufwärmen
durchzuführen. Auch das sollten ältere selbständig
funktional durchführen können.
(2)Britta, Sarah und Sandra, Antje, Wiebke und
Karin
(3) Massageöl ersetzt kein aktives Aufwärmen. Bei
Hochleistungssportlern setzt man Massage ein, um die
Muskulatur zusätzlich zum aktiven Aufwärmen auf die
folgenden Belastungen vorzubereiten. Wärmende Öle
allein reichen dazu auch nicht. Ihr Handballtrainer
wird sie deshalb zum Aufwärmen mit dem Ball
auffordern.
(4)
(5)
4 Wie allgemeines und
spezielles Aufwärmen beispielhaft ablaufen
(1) Verschiedene Laufübungen vorwärts und
rückwärts; Hüpferläufe mit starkem Armeinsatz;
Hindernislaufen über niedrige Geräte wie Bänke ,
kleine Kästen, Kartons, niedrige Hürden;
Lockerungsübungen für die Beinmuskulatur,
Dehnübungen für die Rumpfmuskulatur.
(2) Ballspiele haben einen besonderen
Aufforderungscharakter und lassen eintöniges Üben
vergessen. Das Fußballspiel verlangt Laufarbeit und
beansprucht den gesamten Körper. Trotzdem ist das
Wettkampfspiel nicht zum allgemeinen Aufwärmen
geeignet. Es treten sofort hohe Belastungen und
koordinative Anforderungen auf, die den Organismus
überfordern und zu Verletzungen führen können.
(3) Vorbereitet werden muss das sichere Fangen,
schnelle Passen, das schnelle Antreten, das
Fintieren mit dem Körper.
(4) Laufen mit Körpertäuschungen; kurze Sprints;
Passen gegen die Wand; Passen und Fangen mit einem
Partner in zunehmend schnellerer Bewegung; Zuspiel
zu zweit gegen einen Verteidiger (2:1), Zuspiel zu
dritt mit 2 Verteidigern (3:2); Zuspiel mit 6 gegen
6 Verteidiger ...
(5) s. o. alle Übungen könnten mit Ball erfolgen.
(6) das Aufwärmen muss immer eine individuelle
Komponente besitzen.
(7) Bei einem Wechsel der Anforderungen muss auch
der Körper neu vorbereitet werden. Damit muss in
diesem Fall ein spezielles Aufwärmen für das
Bodenturnen erfolgen.
6 Wie man sich vor dem Sport
richtig ernährt
(1) Dies trifft auch für den Sport zu. Karl hätte
seine Mahlzeit am Abend vor dem Wettkampf essen
sollen. So kurz vor dem Wettkampf wird die Mahlzeit
ihn eher belasten als ihn in seiner
Leistungsfähigkeit unterstützen.
(2) Mehr als 2 Stunden vor dem Wettkampf eine
mittlere Mahlzeit, am Tag vorher eine
kohlenhydratreiche Kost. Johanna verhält sich
grundsätzlich richtig, muss allerdings nach und
nach ihre Erfahrungen sammeln, um zu einer
optimalen individuellen Ernährung zu kommen. Ob der
Müsliriegel für sie richtig ist oder besser mehrere
Knäckebrote, wird sich dann herausstellen.
(3) Essen während einer Belastung ist nur bei
längeren Belastungen (weit über 1 Stunde) notwendig.
Dann sollte man Leichtbekömmliches einnehmen wie
z.B. Bananenstücke. Süßigkeiten führen schnell zu
einem Leistungseinbruch. Trinken ist bei längerer
oder intensiverer Belastung notwendig, um den
Flüssigkeitspegel möglichst gleich zu halten.
Deshalb schon vor dem Durstgefühl kleine Schlücke
nehmen. In der Schule sind die Belastungen selten so
intensiv, dass man Getränke zwischendurch einnehmen
muss.
(4) Die Menge an Getränke hängt von der
Belastungslänge und von den Witterungsbedingungen
ab. 1 Liter ist sicher notwendig. Das Wasser sollte
nicht zu kalt sein. Ein Zusatz von Apfelsaft
erweist sich für viele Sportler als besonders
hilfreich. Auch hier muss jeder Sportler eine
eigene Mischung finden. Getrunken wird regelmäßig
und schon rechtzeitig vor dem Durstgefühl, z.B.
nach 40 Minuten beginnend alle 10 Minuten ein
kleiner Schluck.
7 Welche Sportkleidung man
auswählen sollte
(1) Erfahrene Sportler wissen, was ihrem Körper
gut tut. Sie sind allerdings auch bereit, größere
Summen für funktionelle Kleidung auszugeben, da sie
ihren Sport häufiger ausüben.
(2) Sportlich funktionelle Kleidung zu tragen ist
grundsätzlich wichtiger als gut anzusehende.
Allerdings ist heute eine sportlich zweckmäßige
Kleidung in der Regel für jeden kleidsam und
bequem. Manche Kleidung kann sogar helfen, den
eigenen Körper besser wahrzunehmen und zu steuern,
was zu intensiverem Erleben und sportlichem Erfolg
führen kann.
8 Wie man sich mental
vorbereiten kann
(1) (2) Die Antworten hängen von dem individuell
gewählten Beispiel ab.
9 Wie man sich nach
Belastungen sinnvoll verhält
(1) Hier wird die mentale Nachbereitung des
Gelernten angesprochen.
(2) Maßnahmen des Cool-Downs sind hier zu
überlegen.
Literatur u.a.:
Frey,
G./Hildenbrandt, E.: Einführung in die
Trainingslehre, Schorndorf 1994.
Knebel,
K.-P.: Funktionsgymnastik. Reinbeck 1985/19874.
Röthig,
Peter (Red.): Sportwissenschaftliches Lexikon,
Schorndorf 19935.
Weineck, J.: Optimales Training, Erlangen 19886.
Weineck, J.: Sportbiologie, Erlangen 1986.
|